Die Krinner GmbH Schweiz baute in einem technisch herausfordernden Projekt vier Bogenpylonen von sechs Meter Höhe. Diese stehen auf bis zu 2.800 Meter über Meer an den Verbindungspunkten zum Skigebiet ISCHGL (Österreich). Aufgrund der exponierten Lage galt es, das durch eine Windlast von 5.13 kN/m2 resultierende Moment von 171.88 kNm am Fuß der Pylone abzutragen.
Nach einem ersten Ortstermin Ende August und der Auftragserteilung konnte mit der Detailplanung und Vorbereitung begonnen werden. Die Zeit drängte enorm, denn mit jedem Tag stieg das Risiko von Schneefall. Das Fundationskonzept basierte auf zwei unabhängigen Einzelsystemen für die 1.70 m auseinanderliegende Pylonenfüsse. Somit mussten jeweils 4 Fundamente mit einem Adaptersystem verbunden werden. Wichtig war, dass die Setztoleranzen der vier Einzelfundamente auch unter erschwerten Bedingungen (Fels-Imlochbohren) korrigiert werden konnten. Zudem musste die Logistik auf dem Bau möglichst einfach sein, d. h. die Teile mussten ohne Hebe-Hilfsmittel versetzt werden können.
Die ursprüngliche Idee, einen speziellen Gebirgsbagger mit einer KRB 60 auszurüsten, wurde wieder verworfen. Die Zugänglichkeit zu den einzelnen Einbauorten war auch mit einer KR 55 möglich. Zudem vertraute die Krinner Schweiz auf eine „just-in-time“ Produktion der Adapter: am ersten Montagetermin wurden nach Wochenend-Arbeit die Einzelteile des Adapters in die Verzinkerei geliefert!
Am 10.09.2012 begann die “Operation“: KR55, Schraubfundamente und Werkzeuge wurden mit dem Gebirgstransporter auf die erste Baustelle transportiert. Das Einmessen der Einbaupunkte mit einer transparenten Schablone bewährte sich sehr gut. Bei einem Teil der Einbaupunkte muss-te der Fels mit Imlochbohrer vorgebohrt werden, es gelang trotzdem, die Schraubfundamente sehr genau zu setzen. Am nächsten Abend konnte bei einem aufziehenden Schneesturm das letzte der 32 Fundamente (Typ KSF M 89x2100-M24) erfolgreich gesetzt werden!
Da die verzinkten Adapter erst am dritten Montagetag in Samnaun eintrafen, musste eine kleine Zwangspause einlegt werden, um welche das Team auf Grund des andauernden Schnee-falls recht froh war.
Die Montage der Adapter am vierten Tag – bei nachlassendem Schneefall - lieferte die Bestätigung: Die Einbau-punkte waren so genau, dass nicht einmal auf sämtliche „Flexibilitäten“ des Adaptersystems zurückgegriffen werden musste. Allerdings wäre ohne die hervorragende logistische Unter-stützung der Bergbahnen (z.B. mit einem riesigen Schaufelbagger als Schneeräumer) der Zugang zu den Einbauorten nicht mehr möglich gewesen.
Als wichtigstes Resultat verfügt KRINNER heute über ein praxiserprobtes, modulares, sehr flexibles und trotzdem kostengünstiges Adaptersystem. Dies erlaubt es, auch unter sehr schwierigen Bedingungen hohe Kräfte punktgenau aufzunehmen und auf die Schraubfundamente zu übertragen.

 

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